• Roland Hohberg

A Luta Continua

Updated: Jun 30

Bei der Aufarbeitung des Betrugs und der Menschenrechtsverletzungen an den mosambikanischen Vertragsarbeitern aus der ehemaligen DDR und der Diskriminierung ihrer Familienangehörigen in Deutschland stoßen wir auf Herausforderungen, die von Mosambik aus oft nur schwer zu bewältigen sind.


Relevante Veröffentlichungen sind hier nicht erhältlich und wichtige Quellen schlummern in Archiven in Deutschland, der größte Teil im Stasi-Unterlagen-Archiv.


Öffentliche Förderung für die geschichtliche Aufarbeitung des Unrechts und die Durchsetzung von Wiedergutmachungsansprüchen, z.B. durch Tagungen von denen wir wiederholt ausgeladen werden, bekommen nur Institutionen in Deutschland.


Den Erben des SED-Vermögens gelingt es immer wieder, mit Mitteln aus der Staatskasse, von Stiftungen und aus Spenden, Recherchen zur Verantwortung der deutschen Regierung bei der Diskrimierung und dem Betrug an den ehemaligen Vertragsarbeitern zu verhindern.


Zu den Tabuthemen gehört die Frage, wie es Deutschland gelungen ist, seit der Ära Kohl und Strauss so massiv Einfluss auf die Regierung des einstigen Klassenfeinds zu bekommen und welche Rolle der BND und ehemalige Stasi-Spitzel spielen um diesen über drei Jahrzehnte zu festigen.


Aufgrund der durch Brandstiftung, Diebstahl und politische Verfolgung zerstörten Organisationsstrukturen der 1991 gegründeten mosambikanischen Rückkehrerinitiativen, wird so z.B. bis heute verhindert, dass die Kinder ehemaliger Vertragsarbeiter in Deutschland zu ihren afrikanischen Vätern Kontakt aufbauen.


Seit zwei Jahren arbeite ich als damaliger Gründer des Rückkehrerveins ADECOMA und der Initiative WIEDERSEHEN-REENCONTRO an einer umfassenden Dokumentation zu dieser Thematik, mit dem Titel "Die Sklavenkinder des Proletarischen Internationalismus".


Da die offizielle Webseite der DDR-Rückkehrer madgermanes(punkt)org aus finanziellen Gründen seit vergangener Woche nicht mehr online ist, werden wir nach einer Alternative zur Öffentlichkeitsarbeit suchen, um uns bei den politischen Verantwortlichen in Deutschland Gehör zu verschaffen.


A Luta Continua!