• Roland Hohberg

Afrika-Gipfel ohne Mosambik

Im traurigen Monat November war’s, die Tage wurden trüber, der Wind riss von den Bäumen das Laub, afrikanische Gäste kamen herüber...


Viele werden es längst vergessen haben, aber 2017 fand in Hamburg der G20-Gipfel statt. Am 19. November nun empfängt die Bundeskanzlerin die 12 afrikanischen Staatschefs der Compact-Partner in Berlin um deren Fortschritte der privaten Finanzierung seit dem Treffen 2017 zu bilanzieren.


Gewiss wird der Gipfel in Berlin wieder zum Jubeltrubel wohlgefeilter Festreden. Zwar besteht dazu kein Anlass, aber die Offenlegung weiterer negativer Bilanzen kann sich die deutsche Regierung grad mal nicht leisten. Schon gar nicht, wenn es darum geht der Welt zu zeigen, wie in den afrikanischen Ländern für die jungen Auswanderer Bleibeperspektiven geschaffen werden.


Mosambik, das einstige afrikanische Musterland und Schwerpunktland deutscher "Entwicklungshilfe", gehört nicht zu den Auserwählten, aber immer noch zu den ärmsten Ländern der Welt. Mit steigender Tendenz absoluter Armut.


Zwar haben Merkel und Maas das Land noch nicht ganz abgeschrieben, aber es wäre auch zu peinlich, nach dem größten Finanzskandal in der Geschichte Afrikas, diese Herren auch noch vor den Augen der Weltöffentlichkeit zu hofieren.


Zumindest hatten sie ja vor dem Papstbesuch Mosambik zum Friedensvertrag gratuliert, der unglücklicherweise neue militärische Konflikte auslöste, und dem Staatspräsidenten zur Wiederwahl beglückwünscht, was sich danach als diplomatische Kurzschlussreaktion herausstellte.


Das passiert, wenn man Kartoffelsuppe aus den flachen Tellern löffelt, bloß um leichter über den Tellerrand zu schauen.