• Roland Hohberg

Das Schweigen von Minister Maas

Bundesaußenminister Heiko Maas twittert beinahe täglich. Manchmal sorgt er für einen Lacher, recht selten aber für Aufmerksamkeit zu Deutschlands außenpolitischer Verantwortung.


Von den Gräueltaten militanter Islamisten in Mosambik, einem Schwerpunktland deutscher Entwicklungshilfe und grad auch von Deutschland mit Corona-Soforthilfe-Millionen regelrecht zugeschüttet, gab es in den zurückliegenden Jahren von Herrn Maas keinen Tweet.


Schon die Verletzung der Menschenrechte der vor drei Jahrzehnten abgeschobenen mosambikanischen Vertragsarbeiter, für die sich die deutsche Regierung bis heute nicht verantwortlich fühlt, zeigt dass sich in der deutschen Afrikapolitik wenig geändert hat.


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In den 1980er Jahren wurde durch die Bundesrepublik der Terror gegen die mosambikanische Zivilbevölkerung unterstützt, jetzt wird zu dem Morden militanter Rebellen geschwiegen.


Man könnte es zynisch einen Fortschritt nennen, aber dazu ist die Lage in Mosambik zu ernst.


So wird man unter der aktuellen empathielosen und als zu islamfreundlich kritisierten Regierung in Deutschland kaum etwas über das Schicksal der Menschen erfahren, die in dem nur einen Maas-Tweet entfernten Land im Südlichen Afrika um ihr Leben ringen.


Seit Jahren terrorisieren Islamisten im Norden Mosambiks die Bevölkerung.


Fast eine halbe Million Menschen sind in den vergangenen 3 Jahren vor dem Terror geflohen.



Sie verstecken sich tagelang im Busch oder riskieren es, wie Anfang des Monats wieder geschehen, vor der Küste Mosambiks als Bootsflüchtlinge zu ertrinken.


Zuletzt hat es in der Provinz Cabo Delgado wieder grausame Verbrechen gegeben. Hütten werden niedergebrannt, Felder zerstört.


Kürzlich wurden 50 Menschen auf einem Fußballplatz hingerichtet, die meisten enthauptet.


In dem zunehmend eskalierenden Konflikt um die Bodenschätze im Norden Mosambiks sind Hunderttausende Vertriebene zwar auch von Covid-19 bedroht, doch wird es nicht genügen, deutsche Maskenlieferungen zu verteilen - so diese überhaupt ankommen.