• Roland Hohberg

Der Literaturnobelpreis 2021 geht nach England



Als vor einem halben Jahr die Jury des Preises der Leipziger Buchmesse ihre Shortlist veröffentlichte, kam sofort Kritik auf. Unter den Nominierten befanden sich keine "Schwarzen Autor:innen und Autor:innen of Colour."


Die Stockholmer Jury setzte dieser Kritik nun ihre offenbar sehr eingeschränkte Sicht auf die afrikanische Gegenwartsliteratur entgegen.


Abdulrazak Gurnah lebt seit mehr als einem halben Jahrhundert in England und seine Werke sind fast durchweg von einer euro-zentrischen Perspektive geprägt.


Im Vergleich zu anderen Autoren aus Tansania, wie Gabriel Ruhumbika, Peter Palangyo, Ismael Mbise, Hamza Ssoko, Sukiema Karmali, Jules Damji, Yasmin Ladha oder Eleishi Lema, vermisse ich in den Werken von Abdulrazak Gurnah eine literarische Verbundenheit mit der eigenen Herkunft.


Auch wird nicht hinterfragt, warum der Autor nach dem Ende des sozialistischen Einparteiensystems in Tansania vor nunmehr 3 Jahrzehnten, nicht in seine Heimat zurückgekehrt ist.


Vor diesem Hintergrund ist die Preisverleihung eher ein politisches Signal als ein Ansporn für junge Autoren auf dem afrikanischen Kontinent.


ABDULRAZAK GURNAH - THE LAST GIFT


One day, long before the troubles, he slipped away without saying a word to anyone and never went back. And then another day, forty-three years later, he collapsed just inside the front door of his house in a small English town. It was late in the day when it happened, returning home after work, but it was also late in the day altogether. He had left things for too long and there was no one to blame but himself.