• Roland Hohberg

Der zehnte Muttertag ohne Dich

Was hättest Du wieder geschimpft auf "DieDaOben".


Auf die, die Du nie gewählt hast, die ihre Spitzel auf Dich ansetzten, weil sie Dir diesen Mut nie verziehen.


Die Deinen Vater töteten, Deinen ersten Sohn für immer in eine Nervenklinik sperrten und den zweiten erst gehen liessen nachdem die Mauer längst gefallen war.


Auf die, die Dich um Deine Heimat, den Lohn Deiner Arbeit, Deine Rente und selbst um eine letzte Ruhestätte betrogen.


Die Vertreibung endete nicht mit dem "Todesmarsch von Breslau", weil dort wo Du Dir Frieden und Freiheit erhofftest, Stalin und seine Vasallen die Macht übernahmen.


Die endlose Suche nach einer neuen Heimat, geprägt von der Erinnerung an die Kindheit und Jugendjahre in Schlesien.


Dort, in der Nähe von Großmutters Grab hättest Du Deine letzte Ruhestätte finden sollen, aber nicht auf einer Wiese verscharrt von einer überzeugten Genossin, die Dich nie geliebt hat.


Oder eben bei mir in Afrika. Obwohl Mielke auch hier einen Überwachungsapparat aufgebaut hatte, der die Menschen in die Knechtschaft zwingt.


Wärest Du in meiner Nähe, hätte ich mich heute am Muttertag an Dein Grab setzen können.


Wenn auch etwas unschlüssig, ob ich es Dir erzählen sollte, dass die Meineidige noch immer an der Macht ist und andere sogar darauf warten, Deutschland ganz abzuschaffen.


Was hätten wir gelacht.