• Roland Hohberg

Erst Massaker, dann Bundeshilfe

In den 1980er-Jahren half der BND heimlich den afghanischen Aufständischen in ihrem Guerillakrieg gegen die Sowjets. Akten des Geheimdienstes geben jetzt exklusive Einblicke in die Operation "Sommerregen".


https://www.tagesschau.de/investigativ/wdr/bnd-mudschaheddin-101.html


Die aktuelle Kritik am Bundesnachrichtendienst lässt erahnen, dass sich der BND mit der Unterstützung von Guerrilakämpfern bestens auskennt.


Denn nicht nur am Hindukusch haben deutsche Spione in den 1980er-Jahren Entwicklungshilfe geleistet, sondern auch im Südlichen Afrika.



Erst Massaker, dann Bundeshilfe


So titelte die TAZ im Januar 1988 mit Bezug auf die deutsche Unterstützung des Terrors des südafrikanischen Apartheid-Systems und der Rebellen in Mosambik.


Im Jahr darauf veröffentlichte die Frankfurter Rundschau eine Dokumentation unter der Überschrift:


"Von bundesdeutschem Boden den Terror in Mosambik geplant. Die Rebellenorganisation RENAMO blieb acht Jahre unbehelligt. In Bonn war lange Zeit "nichts bekannt" von dem blutigen Geschäft."


Über die Zusammenarbeit von Kinkels Geheimdienst mit einer Terrororganisation, die Kindersoldaten rekrutierte und eine junge Volksrepublik in Schutt und Asche legte, ist in der deutschen Öffentlichkeit bis heute wenig bekannt.


Der Schattenkrieger und spätere Außenminister mochte die niedlichen, afrikanischen Kindersoldaten sehr. Deshalb sollte es ihnen an nichts fehlen.


Fürsorglich kümmerte sich der anonyme Spender um alles, vor allem um genügend Munition und Marschproviant, wenn es darum ging, eigene Familienangehörige niederzumetzeln und deren Hütten anzuzünden.

Bundesaußenminister Kinkel bei der Eröffnung eines Reintegrationszentrums für ehemalige DDR-Vertragsarbeiter in Maputo (1996 Roland Hohberg)


Ähnlich wie heute in Kabul, wollte damals keiner etwas gewusst haben. Allen voran Hans-Dietrich Genscher, an den man sich heute bei den aktuellen Erklärungen von Außenminister Maas erinnern muss.


Der Apartheid-Experte Franz Josef Strauß hatte gewiss mehr Hintergrundinformationen, musste sich damals aber um andere Geschäfte kümmern und wird in Bayern heute eher schlecht imitiert.


Und die Abgeordneten im Bundestag, dem Saal der Ahnungslosen?


Die Volksvertreter ahnten damals offenbar nicht, dass es im Kalten Krieg manchmal heiß hergehen kann und es zur deutschen Diplomatie gehört, dass eine mörderische Terrororganisation aus Mosambik völlig unbehelligt in Deutschland operieren darf.


Der deutsche Steuerzahler, zur Rolle des Geldgebers für das Kriegstreiben im Südlichen Afrika verdammt, wurde damals abgelenkt mit Serien wie Dallas und Denver Clan.


Heute hat sich das Themenspektrum deutscher TV-Unterhaltung deutlich erweitert.


In diesem Sinne, Herr Maas, einen schönen Tag noch! Bitte richten Sie Enwicklungsminister Müller beste Grüße von seinen Freunden der RENAMO aus.