• Roland Hohberg

Hygiene im Wasserdilemma? 

Updated: Apr 9

Nun hat auch Mosambik seit gestern den ersten offiziell bestätigten Corona-Fall. Die verantwortlichen Behörden wollen zur Identität des postiv getesteten, aus England eingereisten, keine Auskunft geben, um schnellstmöglich weitere Ansteckungen durch Kontaktpersonen zu reduzieren. Jeden Tag begegne ich hier im Dorf Massaca vielen Kindern, die Wasserkanister auf dem Kopf tragen oder diese mit Schubkarren heranschaffen. Sie holen das Wasser von den Brunnen, Gemeinschaftleitungen oder vom Fluss Umbeluzi. Jedem sollte bei diesem Anblick klar sein, wie hoch die Gefahr ist, dass das Virus durch ungewaschene Hände übertragen wird und dass es hier dann alle bekommen. Denn der Zugang vieler Mosambikaner zu einem hauseigenen Wasseranschluss einem Waschbecken und Seife ist vor allem in ländlichen Gebieten nach Jahrzehnten der Korruption und uneffektiver Entwicklungshilfe sehr eingeschränkt. Wenig nutzen die Aufrufe zum Händewaschen, solange es Gemeinden gibt, die um Wasser betteln oder vor Gericht um Wasser kämpfen müssen, während Gelder für Infrastrukturmaßnahmen die Taschen von jemand anderen füllen. 2010 erklärte die UNO Wasser zum Menschenrecht. Dass sich seither wenig gebessert hat, wird zu einem großen Hindernis bei der Bewältigung der Corona-Pandemie.