• Roland Hohberg

Karussell Karat City Omega Renft Lift ....


Ja, wir hatten diese freiheitsdürstenden Lieder, die Stimmen von Dreilich, Oschek, Toni und Co., die uns in der Trunksucht nach eigenen Freiräumen die Rettungsringe zuwarfen.


Unsere ach so warmen Mädchen bliesen das Kerzenlicht aus, wenn unsere Stunde schlug, und sie erinnerten uns sacht daran, stark, freigiebig und zärtlich zu sein. Wir verwandelten uns in einen Schwanenkönig oder in einen Albatros:


Es gibt einen Vogel, den haben Matrosen zum Herrscher gekrönt

Er fliegt um die Erde Vom Südpol nach Norden.

Kein Ziel ist zu weit, der Albatros kennt keine Grenzen.


Er segelt mit Würde, durchwandert die Lüfte

Als wär' er ein Gott

Er folgt ihren Schiffen auf Hochsee, durch Klippen

Berauschend sein Flug

Er sucht ihren Weg durch die See

Und krachen die Stürme mit rauher Gewalt

Auf den Ozeanen so unendlich weit,

Dann fliegt er mit Feuer und steigt ungeheuer

Zur Freiheit der Meere


Doch wenn er gefangen

In armdicken Schlingen mit Tücke und List,

Dann brechen die Schwingen

Es trauert das Meer, das den Herrscher vermißt

Gefangen sein heißt für ihn tot.


Die Sklaven der Erde,

Verhöhnt und geschunden, sie teilten sein Los,

Wenn er lag gefesselt,

Verblutend am Ufer, gebrochen sein Flug

Der Albatros war ihr Symbol.


Doch ruft ihn die Weite, die endlose Macht,

Dann stürmt er ins Freie mit maßloser Kraft

Er schwingt seine Flügel, sprengt Schlösser und Riegel der Fesseln und Ketten.


Und türmen sich Wände und greifen ihn Zwingen aus Wolken wie Blei.

Und schlagen ihn Blitze, er kämpft mit den Schwingen das Hindernis frei.

Er findet den Weg auch im Orkan.


Und krachen die Stürme mit rauher Gewalt

Auf den Ozeanen so unendlich weit,

Dann fliegt er mit Feuer und steigt ungeheuer

Zur Freiheit der Meere.


(Warum, verdammt nochmal, fühle ich mich hier in Afrika, so weit entfernt von Deutschland, so nah an meiner Kindheit?)