• Roland Hohberg

Keine Politik im Stadion


Es wird immer gefährlicher, öffentlich die Meinung zu vertreten, dass Politik in einem Fußballstadion nichts zu suchen hat.


Wer sich nicht zur Antifa bekennt oder sich im Stadion ganz locker mit Fans unterhält die im Visier der Blockwarte linksgrüner Ideologie stehen, ist sofort ein Nazi.


Wer eine Instrumentalisierung des Sports durch Parteien ablehnt, die aus politischen Machtinteressen die Gesellschaft spalten, ist sofort ein AFD-Wähler.


Wer kein Regenbogenmotiv in seinem Profil hat und Toleranz nur privat auslebt ohne ständig darüber zu reden, ist sofort homophob.


Wer multikulturell lebt ohne seinen Antirassismus bei jeder sich bietenden Gelegenheit öffentlich zur Schau zu stellen, ist sofort ein Rassist.


Einfach nur gemeinsam mit anderen Fans Fußballleidenschaft zu genießen und Zusammenhalt zu spüren, scheint in vielen deutschen Stadien nicht mehr möglich.


Wohin das führt, musste ich erleben, als ich mich im Leipziger Rathaus dafür einsetzte, dass das für den 21. November 1990 im damaligen Zentralstadion angesetzte "Vereinigungsspiel" aus Sicherheitsgründen abgesagt wurde.


Doch hätte ich nicht erwartet, dass ich drei Jahrzehnte danach in der gleichen Stadt und an gleicher Stelle wieder Erfahrungen politischer Anfeindung und öffentlicher Beleidigung machen muss.


Als würde das nicht genügen, wird mir in der Fangemeinschaft von RB Leipzig seit nunmehr drei Jahren öffentlich unterstellt, dass die Gründung eines Fanclubs in einem der ärmsten Länder der Welt und mein jahrelanger Einsatz für notleidende Kinder in Afrika ein "Geschäftsmodell zur Abzocke" ist.


Zu den Wortführern der Freibeuter des Roten Meeres gehört ein selbsternannter Antifaschist und Antirassist, der seit Jahren sehr erfolgreich auf Fangruppierungen einwirkt, mich aus der Fanszene zu verbannen und unseren Fanclub nicht zu unterstützen..


Nun ist unser RB Fanclub in Mosambik, der erste auf dem afrikanischen Kontinent, nicht Mitglied des Fanverband Leipzig e.V. und somit diesem Verband gegenüber nicht rechenschaftspflichtig.


Zumal unser Antrag auf den Status als OFC, abgelehnt wurde, obwohl sich unser Fanclub seit Jahren wie kaum ein anderer mit erfolgreicher Öffentlichkeits- und Medienarbeit international für den guten Ruf von RB Leipzig und Werte wie Toleranz, Solidarität und Respekt einsetzt.


Nach massiven Streitigkeiten innerhalb der Fanszene und den bekannten Querelen in der Fanbetreuung, ist es an der Zeit, dass Vereinsverantwortliche im Sinne der Schaffung einer Fankultur ohne Diskriminierung endlich Stellung beziehen und solchen Spaltern das Handwerk legen.