• Roland Hohberg

Leipzig Connewitz

Um ein wenig zu einer differenzierten und sachlichen Aufarbeitung zum Post der Partei Die Linke beizutragen, möchte ich kurz einige persönliche Erfahrungen beifügen.


Als Leiter des Connewitzer Alternative e.V. hatte ich vor 30 Jahren nicht nur versucht einen Abrissstop zu bewirken und gemeinsam mit jungen Leipziger Architekten ein städtebauliches Konzept zu entwerfen, sondern auch den Dialog zwischen rechts- und linksextremen Kräften, den Anwohnern und dem Rat der Stadt Leipzig zu fördern.


Als OBM Lehmann-Grube zur Besichtigung des Stadtteils das Bermuda-Dreieck im Leipziger Süden besuchte um mit den Anwohnern zu reden, wurde von den Dächern gepisst und Mehlsäcke geworfen. Die Tür meiner Wohnung in der Stöckartstraße 9 wurde eingetreten und die Wände mit Sprüchen wie "Hau ab du Nazischwein!" beschmiert. Die Situation spitzte sich so sehr zu, dass ich Ende 1990 die Leitung unserer gemeinnützigen Vereinigung aufgeben musste.


Seither habe ich meine Wohnung nie wieder betreten, weiss nicht was aus meinen Möbeln, Haushaltsgeräten und Büchern geworden ist und erlebe die Ereignisse in Connewitz nur aus der Ferne.


Ich bin enttäuscht, dass es den an Deeskalation und einer gewaltfreien Entwicklung des Stadtteils interessierten Kräften bis heute nicht gelungen ist, Ereignisse wie die in der Silvesternacht im Vorfeld zu unterbinden.