• Roland Hohberg

No lessons learned

In Mosambik gibt es den Ausdruck "só para o inglês ver" (Nur damit der Engländer es sieht).


Damit ist gemeint, dass die lokale Bevölkerung dann zum Spaten, zur Hacke oder zum Pinsel greift, wenn Vertreter einer Gebernationen ein Entwicklungshilfeprojekt besichtigen oder bei der Einweihung tanzt und in die Kameras lächelt.


So geht es in Ländern wie Mosambik schon seit Jahrzehnten, seit die Weißen die "Entwicklungshilfe" erfanden, welche die Reichen reicher und die Armen ärmer macht.


Nicht eigene Initiativen, kreative Ideen und Eigenverantwortung werden gefördert, sondern die Gelder der Steuerzahler aus den wohlhabenden Ländern werden in Vorhaben gesteckt, die dort auf einem Reissbrett einer staatlich finanzierten Organisation ausgetüftelt wurde.


So machen sich die hilfsbereiten Gutmenschen der Entwicklungshilfeindustrie auch in Zukunft unentbehrlich.


Doch nicht viel anders ist es bei der Nothilfe.


Nach einer Umweltkatastrophe, die wieder einmal Tote und die Zerstörung von Häusern und wichtiger Infrastruktur forderte und medienwirksame Bilder lieferte, werden die Probleme ausgesessen.


Kein "lesson learned", keine gerichtlichen Konsequenzen, keine Aufklärung der betroffenen Bevölkerung, keine Präventivmaßnahmen....


Nur eins ist sicher wie das Amen im Bundestag: Der nächste Zyklon, das nächste Hochwasser, die nächste Dürre werden die Vertreter der Geber- und Empfängerländer "überraschen" und die Geschäftspartner im Norden und Süden beglücken.

Foto: Mein Sohn heute vor 9 Jahren an der durch ein Hochwasser zerstörten Brücke des Umbeluzi Flusses. Diese kleine, für die Bevölkerung aber wichtige Brücke, steht in diesen Tagen wieder unter Wasser.


Nicht weil die Hochwasserlage diesmal besonders prekär ist. Nein! Die Verantwortlichen haben nur "vergessen", ab und zu in der Trockenzeit das Flussbett zu säubern.


(Darf geteilt werden)