• Roland Hohberg

RB Leipzig Fanclub Mosambik

Da die offizielle Webseite des Fanclubs RB Leipzig Mosambik aus finanziellen Gründen nicht weiterbetrieben werden konnte und mittlerweile gesperrt wurde, werde ich Beiträge künftig auf meiner privaten Webseite veröffentlichen.


Stellungnahme RB Fanclub Mosambik
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Seit der gestrigen Veröffentlichung unserer Stellungnahme zur Auflösung des RB Fanclubs in Mosambik, erreichten uns unter zahlreichen Nachrichten auch Kommentare, die in unsere Erklärung Vorwürfe gegenüber den Verein hineininterpretieren.



Wie in unserer offiziellen Stellungnahme dargestellt, haben wir nie Unterstützung vom Verein beantragt.


Unsere Erklärung ist die Antwort auf rufschädigende Gerüchte, zu denen ich in den vergangenen Jahren nicht öffentlich Stellung genommen habe.


Die Verbreitung falscher Behauptungen hat entscheidend dazu beigetragen, dass wir unseren Fanclub nun aus finanziellen Gründen auflösen müssen und unsere ehrenamtliche Arbeit nicht fortsetzen können, wovon soziale Initiativen betroffen sind, die uns von Beginn an sehr wichtig waren und uns sehr am Herzen liegen.


RB Fans, die unsere Aktivitäten schon länger verfolgen, hatten mich bereits vor zwei Jahren gebeten, zu den Behauptungen öffentlich Stellung zu beziehen, statt diese einfach im Raum stehen zu lassen.


Mag sein, dass es einfacher gewesen wäre, unseren Fanclub in aller Stille aufzulösen und alle Nachfragen unbeantwortet zu lassen.


Dies würde aber nicht der Tatsache Rechnung tragen, dass wir als einzige bekannte RB-Fangemeinde auf dem afrikanischen Kontinent etwas mehr im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehen als einer der zahlreichen Fanclubs mit Sitz in Leipzig.


Dies zumindest legen die vielen TV-Beiträge und Zeitungsartikel über uns nahe und auch der Fakt, dass die Stellungnahme auf unserer Webseite in den ersten 4 Stunden bereits über tausendmal abgerufen wurde.



Viele äußern die Hoffnung, dass die Öffentlichmachung dazu beitragen kann, Fehler im Rahmen der Fanbetreuung künftig vermeiden zu können und der Diskriminierung von Fanclubs im Ausland einen Riegel vorzuschieben. Ich zumindest würde mir wünschen, dass es weltweit bald viel mehr RB Fanclubs geben wird.


Um es nochmal zu wiederholen. Wie im Dokument geschildert, hatte ich den Fanclub in Mosambik aus eigener Initiative und ohne irgendwelche Erwartungen an den Verein gegründet und RB auch nie um Unterstützung gebeten.


Ich fordere auch keine Bevorteilung, wie in einigen Kommentaren zu lesen ist, sondern eine Gleichbehandlung. Dazu gehört auch eine Antwort auf unseren OFC-Antrag von 2017.


Diese Form der Anerkennung seitens des Vereins hätte dazu beitragen können, der Verbreitung rufschädigender Behauptungen aus den eigenen Reihen entgegenzuwirken.



Eigentlich sollte es klar sein, dass es zwischen dem Aufbau der Fangemeinde eines Bundesligisten in Deutschland und der Gründung eines Fanclubs in einem afrikanischen Land trotz vieler gemeinsamer Ziele auch erhebliche Unterschiede gibt.



Das beginnt bei den Kosten für die Spielübertragungen, die einfach nicht zu vergleichen sind, wobei anzumerken ist, dass wir in einem der ärmsten afrikanischen Länder auch GEZ-Gebühren zahlen und ITV aufgrund hoher Internetgebühren bislang hier noch keine Option ist.


Wäre es hier so einfach und preiswert, die Bundesligaübertragungen zu verfolgen, könnte ich die Spiele unserer Mannschaft Tausende Kilometer von der RB-Arena entfernt in meinem Haus allein genießen und bräuchte mich nicht dafür einsetzen, dass möglichst viele neue RB Fans in Afrika diese auch verfolgen können.



Die große Kostendifferenz fällt auch ins Gewicht wenn ein Fan aus Mosambik seine Mannschaft mal bei einem Spiel live erleben möchte. Dann bezahlt er weit mehr als der Inhaber einer Dauerkarte für die gesamte Saison.


Auch gibt es hier keinen Shop für Fanartikel, die zum Ausdruck der Liebe und Leidenschaft von Fußballfans für ihren Verein einfach dazugehören und für die so mancher viel Geld ausgibt.


Chinesische Billiganbieter verkaufen in afrikanischen Ländern zwar schon lange Ramschware von Traditionsvereinen wie Bayern und dem BVB, haben aber (zum Glück für RB und zum Leidwesen mosambikanischer Fans) den Verein aus Leipzig noch nicht für ihr Geschäft entdeckt.


Deshalb waren meine Reisekoffer zum Verdruss meiner Kinder und Enkel stets prallgefüllt mit Fanartikeln und Dekorationsstücken für unseren Clubraum, so dass wenig Platz blieb für Geschenke aus Kinderspielzeugläden. So weiss ich nur zu gut was bei interkontinentalen Flügen jedes Kilo Übergewicht kostet.


Dennoch konnten wir immer auch viele positive Neuigkeiten aus Mosambik verkünden.



Zum Beispiel konnte durch unseren Fanclub bereits die erste RB-Kinderpatenschaft vermittelt werden. Ein 10-jähriges Mädchen aus der Nachbarschaft, das beide Eltern und zwei Geschwister verloren hatte, hat nun liebevolle neue Eltern, die sie vielleicht später sogar adoptieren werden.


Das Kind geht zur Schule, kann sich gesund ernähren, hat jetzt sogar ein eigenes Zimmer mit einem eigenen Bett und einem Schreibtisch.


Ihre neuen Eltern stehen täglich mit ihr in Verbindung, können an ihrer Entwicklung teilhaben und sich davon überzeugen, dass ihre Hilfe ankommt, was bei Hilfsorganisationen oft nicht der Fall ist.


Der Aufbau einer Ferienlodge für RB Fans soll nicht nur eine Reiseoption bieten, sondern unseren Gästen die Möglichkeit eröffnen, die sozialen Projekte unseres Fanclubs vor Ort kennenzulernen.



Deshalb weise ich anonym in Umlauf gebrachte Unterstellungen und die jetzt wieder in Kommentaren gemachten Vorwürfe versuchter Abzocke entschieden zurück und lasse mich nicht davon abbringen, mich gegen weitere diskriminierende Behandlung auch öffentlich zu wehren.


Mosambik, 6. Juni 2021


Roland