• Roland Hohberg

Redemption Song

Erlöse uns von den wahren Rassisten


Wenn ambitionierte Gutmenschen mit ihrer postkolonialen "Entwicklungshilfe" den Menschen anderer Hautfarbe oder Kultur erklären was diese gefälligst zu machen haben, erinnert mich das an die grausamen Zeiten der Eroberung und Unterwerfung der Afrikaner auf ihrem stolzen Heimatkontinent.


Leider gibt es in afrikanischen Ländern noch viel zu wenig Stimmen, die gegen diese Bevormundung aufbegehren. Diese bekommen in westlichen Medien weit weniger Sendeminuten als die angeblich für sie sprechenden, als Gutmenschen rot-grüner Couleur getarnten Kolonialismus-Nostalgiker.


Wer das Privileg genießt, aus seinem Strohhüttendorf auszuziehen um an einer westlichen Universität zu studieren, verliert schnell die Bodenhaftung und wird zur Marionette der Gelüste der menschenverachtenden, zynischen Hilfsindustrie, mit ihrem Geschwafel von Solidarität und proletarischem Internationalismus.


Nicht so Achille Mbembe aus Kamerun, den ich bei einem Vortrag erleben durfte, einem der bedeutendsten Vertreter postkolonialen Denkens in Afrika. Mbembe lässt sich nicht vereinnahmen und kritisiert selbstbewusst die europäische Migrationspolitik.


Er beschäftigt sich derzeit im benachbarten Johannesburg intensiv mit den Strukturen, die Rassismus fördern und dem Erbe des wirtschaftlichen und intellektuellen Kolonialismus, an dem Afrika wie Europa schwer tragen.


Die Gutmenschenideologie nennt Mbembe ganz unbefangen einen "ausgelassenen, fidelen, ganz und gar idiotischen Nanorassismus, der sich vergnügt in seiner Ignoranz ergeht und das Recht auf Dummheit und die ihr zugrunde liegende Gewalt beansprucht."


Welcher Afrikaner hat es bislang gewagt, die Schlussfolgerung zu vertreten, dass die größte Bedrohung nicht von rechtem Gedankengut ausgeht, sondern vom Brechen des Widerstands gegen manipulativen Neokolonialismus in westlichen Demokratien?


Dass kritische Stimmen in den staatlich kontrollierten Medien der Merkel-Müller-Maas-Troika unterdrückt werden, fördert die Fortsetzung jahrhundertlanger rücksichtsloser Ausbeutung des afrikanischen Kontinents, seiner Menschen, seiner Ressourcen, seiner Kultur.


Doppelmoralisten schütten Afrika mit ihren Giftmüllexporten zu, fördern Kinderarbeit und -prostitution, stützen Diktatoren mit fetten Bankkonten in westlichen Ländern, werben für den Abzug der in Afrika so dringend benötigten Fachkräfte und spielen sich dann im Mittelmeer als Retter auf.


Und schau, wir befreien die Flüchtlinge von den Ketten, mit denen sie an ihre Ruder gefesselt waren, um nun im gelobten Land Arbeit, Wohlstand oder Sozialhilfe zu finden, was ihnen in der Heimat verwehrt war!


Die Last der Migrationsflut, als Folge des Chaos das sie in die Ferne ausgelagert haben, der Böden die sie vergiftet haben, ihrer Waffen die getötet haben, bürden sie ganz selbstherrlich dem eigenen Volk auf.


Wer es wagt, nach den Ursachen des Anstiegs von Migration zu fragen, gar die Afrikapolitik kritisiert oder einfach nur auf soziale Ungerechtigkeit im eigenen Land hinweist, wird öffentlich zum Rassisten degradiert und vom so dringend notwendigen öffentlichen Dialog ausgeschlossen.


Beim ambitionierten Versuch, Europa zum Zentrum der Welt zu erklären, wird wie Mbembe feststellt, die Figur des "Negers" neu kreiert, als "Menschen-Material", als "Menschen-Ware" im globalen Sklavenhandel der Neuzeit.