• Roland Hohberg

Volksaufstand

Updated: Mar 22

Der 17. Juni 1953 gehörte für meine Mutter, und meinen Großvater, Heimatvertriebene und unbeugsame Wahlverweigerer, eines der wichtigsten Ereignisse nach dem 2. Weltkrieg.


Mein Großvater wurde nach dem Aufstand von sowietischen Soldaten der benachbarten Garnisonsstadt gefoltert und aus dem Gemeindeleben ausgegrenzt.


Zahlreiche Menschen wurden getötet, Hunderte schwer verletzt, Tausende kamen in Haft. Zügig führten neben den DDR-Gerichten auch sowjetische Militärtribunale die Prozesse.


Das SED-Unrechtsregime hat diesen Aufschrei für bessere Lebensbedingungen, für Freiheit und Demokratie brutal niedergeknüppelt und zur Unterstützung sowjetische Panzer und Truppen angefordert.


Die SED-Führung war überfordert und hatte statt den Dialog zu suchen mit Härte reagiert und den Ausnahmezustand verhängt.


Mit massivem Einsatz des Militärs, der "Volks"polizei und der Stasi wurde der Aufstand niedergeschlagen.


Der 17. Juni 1953 hat auch meine anti-kommunistische Einstellung geprägt, obwohl ich erst 7 Jahre später geboren wurde und im Schulunterricht darüber nicht gesprochen werden durfte.


Es kommt nicht von ungefähr, dass dieser Tag des Aufbegehrens in Deutschland kaum gewürdigt wird.